Posts mit dem Label 4 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 4 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. April 2012

Rezension | Nach dem Sommer

  • Seiten: 423
  • Autor: Maggie Stiefvater
  • Verlag: Skript5
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001080
  • Preis: Ca. 18,90€


Inhalt:
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf. Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied. (Quelle)

Meinung:
Bevor man mit diesem Buch beginnt, sollte man alle Gedanken an Twilight verbannen. Es ist wirklich etwas Anderes und nach Vergleichen zu suchen verdirbt nur das Lesevergnügen - deshalb präsentiere ich hier hier nun meinen Vorurteilsfreien Bericht:


Grace interessiert sich schon seit sie klein war kann für die Wölfe in Mercy Falls. Diese scheinen eine ganz besondere Verbindung zu ihr zu haben. 
Sam, einer der Wölfe, beobachtet Grace schon lange und fühlt sich zu ihr hingezogen. Das Unvermeidliche geschieht: Die zwei verlieben sich und eine wundervolle Liebe im Kampf gegen die Zeit beginnt, denn bald könnte Sam sich für immer in einen Wolf verwandeln.


Die Geschichte wird schnell erlebbar durch Maggie Stiefvaters oft gelobten Schreibstil. Sie weiss den Leser immer leicht bei der Stange zu halten, ob die Handlung gerade eher ruhig oder actionreich ist. Größtenteils ist diese übrigens ruhig und schlängelt sich Tag für Tag um Grace und Sam. Trotz einiger Nebencharaktere (die im größten Teil des Buches eher in Erinnerungen ihren Auftritt haben) hatte ich das ganze Buch über das Gefühl, immer nur von Grace und Sam zu lesen. Nebenhandlungen und Zwischentöne fehlten mir, obwohl die "Hauptgeschichte", die ja nur aus Hauptgeschichte besteht, eine richtig schöne ist. 


Wem sich bei Romantik und Schnulzen die Haare sträuben, sollte gewarnt werden: Die Liebesgeschichte wird hier sehr sehr groß geschrieben und selbst die interessante Werwolfthematik kann das nicht ausgleichen. 


Grace und Sam sind mit ihren ausergewöhnlichen Charakteren so genau gezeichnet wie ich es noch selten gelesen habe. Darunter müssen leider die Nebencharaktere etwas leiden, wenn sie denn mal überhaupt im Buch vorkommen. Aber da es sich um eine Triologie handelt, wird sich das bestimmt noch ändern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den Folgeband "Ruht das Licht!"


Fazit:
Nach dem Sommer ist ein Fantasyroman mit einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte und einem starken Schreibstil. Spannung kommt zwar nur unterschwellig auf, dennoch liest sich das Buch schnell und fesselt. Ich verleihe Nach dem Sommer eine Empfehlung als "wundervolle Lektüre für Zwischendurch"


Bewertung: 





Donnerstag, 12. April 2012

Rezension | Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

  • Seiten:288
  • Autor: Kerstin Gier
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785760507
  • Preis: Ca. 12,99€


Inhalt:
Kati ist mit Felix glücklich, aber nach fünf Jahren hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen – und damit die Zweifel: Ist es überhaupt eine gute Idee, mit ihm alt werden zu wollen? Als sie Mathias kennen lernt und sich in ihn verliebt, wird Katis Leben plötzlich kompliziert. Und turbulent. Besonders, als sie von einer Straßenbahn erfasst wird und im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Exakt einen Tag, bevor sie Felix das erste Mal begegnet ist – fünf Jahre zuvor.
Würden Sie alles genauso machen, wenn Sie die letzten fünf Jahre noch einmal leben könnten? Was würden Sie ändern?
Dieses Mal möchte Kati alles richtig machen – und sich für den richtigen Mann entscheiden.
Ein Roman über die große Liebe und das kleine Glück. Und über die Schwierigkeiten, das Schicksal zu überlisten. (Quelle)

Meinung:
Kati ist die Art Frau, die man in einem Frauenroman erwarten würde: sexuell frustriert, schlagfertig und unperfekt. Genau das macht sie umso sympathischer. Schon jahrelang ist sie mit Felix verheiratet und inzwischen hat sich eine gewisse Routine im Eheleben verfestigt. Als sich plötzlich der gut aussehende Mathias für sie zu interessieren beginnt, ist das Gefühlschaos perfekt.

Hier beginnt die Geschichte. Wie der Klappentext schon verrät, findet Kati sich noch vor Beginn einer potentiellen Romanze plötzlich wieder im Jahr 2006, was ihr die Möglichkeit gibt, alles neu zu erleben. Wieder mit Felix anbandeln oder sich auf eine ganz neue Beziehung mit Mathias einlassen? 

In typischer Kerstin Gier Manier wird dem Leser eine turbulente und humorvolle Chaosgeschichte geboten. Kati lässt kein Fettnäpfchen aus und trifft ausschließlich auf skurrile Charaktere. Dabei wird kaum ein Klischee ausgelassen. Nicht nur die schrullige Nachbarin, die nervige, bösartige Ex und die naive Esoterikhörige geben sich hier die Klinke in die Hand. Der Roman liest sich wie eine Folge Doctors Diary oder einer ähnlichen Soap und unterhält auch entsprechend.

Langeweile kommt wie erwartet zu keinem Zeitpunkt auf. Eine witzige Situation geht fliessend in die Nächste über und Katis Bericht verliert nie an Pepp. In Tagebuch Manier schildert sie ihre Erlebnisse und Gedankenstrudel, die in kurzen Kapiteln ohne unnötige Längen daherkommen. Dementsprechend liest sich das Buch ruckzuck.


Jeweils zu Kapitelanfang und auch zwischen den Textseiten warten zahlreiche rot gedruckte Zitate großer Persönlichkeiten, unter Anderem auch von Frau Gier selbst, auf den Leser. Das Buch ist in einem Band abgeschlossen.


Fazit:
Fans von Kerstin Gier kommen hier voll auf ihre Kosten. Alle Anderen Freunde von unkomplizierter Frauenliteratur mit einem guten Stück Wahrheit ebenfalls. Zwar bleibt der Anspruch durchweg auf Unterhaltungsniveau, dennoch wird der ein oder andere Leser (ach, bleiben wir doch ehrlich: Leserin) sich selbst wiedererkennen und auf bekannte Probleme stossen. Kerstin Giers Geschichte kommt mit einem Hauch Fantasy und viel Humor daher, was wunderbar funktioniert und einfach Spaß macht.


Bewertung: 



Freitag, 24. Februar 2012

Rezension | Die Hüterin Midgards

  • Seiten:384
  • Autor: Ivo Pala
  • Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1., Aufl. (1. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3411809221
  • Preis: Ca. 19,99€
  • Kaufen? Klick


Inhalt:
Magisch, düster, fesselnd: Der Auftakt zu einer atemberaubenden Fantasy-Saga.
In der Nacht vor ihrem 17. Geburtstag gerät Svenjas Welt aus den Fugen. Sie wird von einem Wolf durch Dresden gejagt und schließlich von drei unheimlichen, seltsam anmutenden Gestalten in den Untergrund entführt. Was Svenja dort entdeckt, sprengt jede Vorstellungskraft: Mitten in Dresden, unter dem Fundament des Residenzschlosses, liegt die letzte Bastion der Lichtelben und das Tor zur Menschenwelt Burg Elbenthal. Ihre Bewohner leben in tödlicher Bedrohung, denn der Schwarze Prinz der Dunkelelben rückt unaufhaltsam näher. Svenja ist die letzte Hoffnung denn sie ist die Auserwählte, die Hüterin Midgards ...(Quelle)

Meinung: 
Svenja muss sich also, wie wir aus der Inhaltsangabe schließene können, plötzlich in einer magischen Welt voller Elfen, Werwölfen und Monstern zurechtfinden. Irgendwie wünscht sie sich, dass das alles kein Traum ist. Schnell wird sie mit der harten Realität konfrontiert. Hartes Training, außergewöhnliche Geschöpfe und eine ansehnliche Dienerschaft bestimmen von nun an ihr Leben. Svenjas Schicksal scheint vorprogrammiert und doch darf sie niemals wissen, wer sie wirklich ist...

Was nach High Fantasy in Bestform aussieht, entpuppt sich bald als eine Mixtur aus Elben, wie wir sie aus Herr der Ringe und co kennen und der Technik unserer Welt. So finden sich am Gürtelbund unserer Hauptcharakterin neben zwei beseelten Schwertern auch eine handelsübliche Pistole. Diese paradoxe Kombinaton zieht sich durch die gesamte Geschichte - stehts sind beide Welten spürbar und Svenja muss sich zwischen diesen zurechtfinden.
Stil&Sprache
Da Svenja eine Obdachlose ist, die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, ist ihre Sprache manchmal entsprechend salopp. Sehr schön ist aber, wie sich ihre Art, zu sprechen im Laufe des Buches verändert, wenn sie sich ihrem Schicksal immer mehr bewusst wird. Auf der einen Seite haben wir die saubere, etwas altertümliche Sprache der Elben und auf der Anderen die Umgangssprache der Menschen, aud die Svenja trifft. Diesen Drahtseilakt meistert Ivo Pala gekonnt und fesselt den Leser mit bildgewaltiger Sprache, die sowohl Landschaften als auch Straßenathmosphäre Realität werden lässt.

Sehr angenehm sind die oft sehr kurzen Kapitel, die hauptsächlich aus der Sicht Svenjas geschrieben sind. Ab und zu bekommt man aber auch die Perspektive des Feindeslagers geschildert, was den Gesamteinblick abrundet. Die Grenzen zwischen Gut und Böse scheinen fast zu verschwimmen, da alle im Grunde dasselbe Ziel haben: Nach Hause zurückzukehren.
Charaktere
Svenja ist eine dieser starken Frauen, die sich auf der Straße durchschlagen muss und trotzdem durch und durch eine ehrliche Seele hat. Sie wirkt sofort sympathisch und verhält sich nachvollziehbar. 
Als sie erfährt, dass sie eine Elbenprinzessin sein soll, möchte sie nämlich erstmal weglaufen. In der Elbenwelt trifft sie erstmal auf sehr viele neue Charaktere, von denen nicht alle im Laufe des Buches eine Persönlichkeit entwickeln und manche wirklich sympathische Charaktere wie Wargo leider etwas zu kurz kommen. Dafür gibt es aber auch Nebencharaktere, die toll ausgearbeitet wurden, wie Hagen oder Yrr.
---
Elbenthal wird auf jeden Fall fortgesetzt werden. Wie viele Bände es genau geben wird, konnte ich leider nicht herausfinden. Schon jetzt gibt es aber eine sehr schöne Homepage zum Buch, auf der neben Wallpapern, Quiz und Trailer viele Informationen zur Serie bereitstehen. Ein Blick lohnt sich.

Fazit:
Die Hüterin Midgards bietet einen sehr interessanten Mix aus High-Fantasy und Urban-Fantasy, wie ich es bisher jedenfalls noch nie gelesen habe. Fans beider Genres werden Spaß an dieser neuen Saga haben. Trotz kleiner Mängel verspricht der zweite Band noch mehr Spannung in Elbenthal. Dieser erste Band stellt Svenja und die Welt Elbenthals vor und büßt dafür an Action ein. Trotzdem: Eine schöne Story mit starker Hauptfigur in einer magischen Welt.
    
 
Bewertung:


 
Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Sauerländer-Verlag und an BloggdeinBuch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Samstag, 4. Februar 2012

Rezension | Meeresflüstern

  • Seiten: 416
  • Autor: Patricia Schröder
  • Verlag: Coppenrath, Münster; Auflage: 1., Aufl. (Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3649603195
  • Preis: Ca. 16,95€


Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters verlässt die siebzehnjährige Elodie ihre Heimatstadt Lübeck, um bei ihrer Großtante auf Guernsey zu leben. Als wenig später auf der Nachbarinsel ein Mädchen tot aufgefunden wird, glaubt sie, dass ihre Ankunft auf der Kanalinsel in irgendeinem Zusammenhang mit dem schrecklichen Vorfall steht. Aber wie ist das möglich? Und wer ist der wunderschöne Junge, dem Elodie in ihren Träumen begegnet? Dann, eines Tages, taucht dieser Junge plötzlich wie ein Geschöpf aus dem Meer vor ihr auf. Geheimnisvoll. Magisch. Betörend. Elodie kann nicht aufhören, an ihn zu denken. Und sie beginnt zu ahnen, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt und wie sehr ihr eigenes Schicksal mit den dunklen Legenden der Kanalinseln verknüpft ist.  ..(Quelle)

Meinung: 
Unterwasserwelten, Meerjungfrauen, unendliche Tiefen und faszinierende Weiten.
Das ist es, was ein Titel wie Meeresflüstern vermuten lässt.

Fast unnötig, es zu erwähnen, aber das Cover mit seinen Verzierungen und Besonderheiten ist wirklich wunderschön. Die liebevolle Gestaltung geht bis zum Lesebändchen, welches mit silbernen Fäden durchzogen ist. Liebe zum Detail in seiner schönsten Form.

Elodie musste vor Kurzem einen schrecklichen Verlust aushalten: Ihr Vater starb. Was hilft da besser, als ein komplett neues Umfeld und etwas Abgeschiedenheit? Gesagt, getan, ist Elodie bald auf einer kleinen, englischen Insel, wo sie mit einer ihrer größten Ängste konfrontiert wird: dem Wasser.

Stil&Sprache
Die Sprache ist manchmal etwas umgangssprachlich, im Allgemeinen aber wunderbar zu lesen und zu verstehen. Landschaften und Meeresweiten werden in träumerischen, bildgewaltigen Worten beschrieben. Dadurch kann der Leser abschalten und sich ganz in die Arme der Buchwelt begeben.Wir lesen zum größten Teil aus Elodies Sicht, schweifen aber manchmal zur Perspektive eines unbekannten Wesens ab, dessen düstere Gedanken und Taten die Spannung steigen lassen.

Charaktere
Elodie ist hübsch, schlau und stark. Sie ist ein sympathischer Charakter, dessen Walten der Leser gerne verfolgt. Aber auch die Nebencharaktere, wie z.B. Ihre Tante, wachsen dem Leser schnell ans Herz. 


Sehr schade ist, dass gegen Ende des Buches noch neue Charakter eingeführt werden, die nicht die Chance bekommen sich zu erklären. Deshalb ist der Leser manchmal etwas überrumpelt. Das gilt auch für plötzliche Verhaltensänderungen mancher Charaktere, auf die ich nicht näher eingehen kann. 
Dennoch sind die Charaktere zum größten Teil lebendig und einzigartig. Hier möchte ich z.B Elodies Mutter erwähnen, die nur in der Gegenwart lebt, einen Freund von Elodie, der unter dem Tourette Syndrom leidet oder Elodie selbst, die mit einer starken Phobie zu kämpfen hat.
---

Lobenswert ist auch der nicht zu aufdringliche, aber durchaus bemerkbare Wink mit dem Zaunpfahl, was Umweltschutz angeht. Was tun wir dem Meer an? Warum wissen Viele von uns nicht, wie schlecht es tatsächlich um unsere Lebensquellen steht?

Zu Guter Letzt: Das Ende lässt stark auf einen Teil 2 hoffen, den ich schon jetzt gerne lesen würde.

Fazit:
Meeresflüstern erinnert uns daran, warum wir das Meer lieben. Warum wir so gerne am Strand liegen, den salzigen Duft des Meeres schnuppern und das leise Rauschen der Wellen uns in den siebten Himmel schaukelt. Das, in Kombination mit einer spannenden Story, die mit Gefühl und Romantik, Mystik und Trauer umgeht und uns bildhaft Teil von Elodies Welt werden lässt, sorgt für durchlesene Nächte. Liebe Meeresfans, holt schonmal die Strandmatten raus und vergesst nicht, Meeresflüstern miteinzupacken.
    
 
Bewertung:



Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Coppenrath-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Rezension | Plötzlich Shakespeare

  • Seiten:320
  • Autor: David Safier
  • Verlag: rororo; Auflage: 3 (1. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499248123
  • Preis: Ca. 8,99€


Inhalt:
Wenn ein Mann und eine Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt! Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt, in den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert. Wir schreiben das Jahr 1594, und der Mann heißt William Shakespeare. Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausfindet, was die wahre Liebe ist. Keine einfache Aufgabe: Sie muss sich als Mann im London des 16. Jahrhunderts nicht nur mit liebestollen Verehrerinnen rumschlagen, sondern auch mit Shakespeare selber, der nicht begeistert ist, dass eine Frau seinen Körper kontrolliert. Der Barde hat zwar „Romeo und Julia“ geschrieben, aber von der wahren Liebe versteht er noch weniger als Rosa. Und während sich die beiden in ihrem gemeinsamen Körper kabbeln, entwickelt sich zwischen ihnen die merkwürdigste Lovestory der Weltgeschichte..(Quelle)

Meinung: 
Zur Zeit gibts ja wirklich ganz schön viel David Safier auf meinem Blog ;) Aber zu Recht!
Plötzlich Shakespeare erzählt die Geschichte von Rosa, bei der es mit den Männern einfach nicht so wirklich klappen möchte. Sie trauert noch immer ihrer großen Liebe Jan hinterher, der bald eine andere Frau heiraten wird.
Durch Zufall lernt sie einen begnadeten Hypnotiseur kennen, der sie in ihr früheres Leben zurückversetzt. Wem es der Titel bisher noch nicht verraten hat, der merkt spätestens jetzt dass Rosa im Körper des berühmten Autors William Shakespeare steckt. Wie nicht anders zu erwarten, strotzt auch dieser David Safier Roman vor Humor. Oftmals kann lauthals gelacht werden. Dennoch schafft Herr Safier auch den Sprung zu sensibleren und ernsteren Themen. Naja, nicht zu ernst. Der locker flockige Grundcharakter seiner Erzählung bleibt durchweg erhalten.

Natürlich handelt es sich bei Plötzlich Shakespeare nicht um einen peniebel historisch korrekten Roman, sondern um einen, der gut unterhält. Die Geschichte hat Humor, Spannung und Pepp. Wie immer holt David Safier mit tollen Einfällen auch noch den letzten Funken Wirrung und Irrung aus seinen leidgeplagten Charakteren.

Die Wortgefechte zwischen William und Rosa, die sich vor Allen in Sachen Emanzipation viel zu sagen haben, machen die Handlung lebendig. Auch die Wandlung der Charaktere innerhalb der Geschichte ist wirklich schön und nachvollziehbar dargestellt.
Natürlich ist dieses Buch kein Meilenstein der Weltliteratur- aber dennoch hat es seine Vielen Fans zurecht, da es seinem Sinn als Unterhaltungsliteratur grandios gerecht wird. Ich würde sogar sagen, dass ich dieses Buch jede Sekunde genossen habe und es gerne irgendwann nochmals lesen möchte. Wie auch schon bei Mieses Karma bleibt mir nur noch zu sagen: Dies wird auf keinen Fall mein letzter Safier bleiben. Ich bin schon gespannt auf den nächsten.

Fazit:
Fans witziger Frauenliteratur, die schnelle, freche Dialoge und schlüpfrige Situationen, Verwechslungen und Missverständnisse -und nicht zu letzt etwas Slapstick Humor mögen, werden auch diesen David Safier Roman verschlingen. Hat man einmal die 100 Seiten Hürde genommen, bleibt das Buch bis zum Ende ein großer Spaß.
    

Bewertung:

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Rezension | Der Duft von Schokolade

  • Seiten: 272
  • Autor: Edwald Arenz
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 4. Unveränd. (1. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423138084
  • Preis: Ca. 8,90€


Inhalt:
Für August klingt es wie ein Traum: Als der junge Leutnant 1881 seinen Dienst bei der k. u. k. Armee Österreich-Ungarn quittiert, liegt ein ganzer langer Sommer in seiner Heimatstadt Wien vor ihm. Erst im Herbst soll er bei seinem Onkel, einem Schokoladenfabrikanten, seine neue Stelle antreten. Dann jedoch trifft er die selbstbewusste Elena Palffy, deren Mann erst kurz zuvor unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, und die unter dem Verdacht steht, ihn umgebracht zu haben. Mit außergewöhnlichen Schokoladenkreationen wirbt August um sie und gewinnt schließlich ihr Herz. Doch nach einem Brand in der Wiener Oper bleibt Elena spurlos verschwunden ...

Meinung: 
Dieses kleine Büchlein sollte man nicht unterschätzen. Hier steckt vieles in den wenigen Seiten. Die Geschichte ist zuckersüß und bitter zugleich.
Im Vordergrund steht hier das Schmecken und Riechen. Leutnant August hat eine ganz besondere Gabe, die ich hier nicht verraten kann.
Was ich aber sagen kann, ist, dass er die große Liebe entdeckt und lange Zeit um sie und mit ihr kämpft. Der Leser begleitet ihn durch so viel Glück und Trauer,
dass der schnell lebendig werdende August tief berührt. Mitfühlen garantiert.


Natürlich handelt es sich bei diesem Buch nicht um eine Spannungs und Action-geladene Hetzjagd, sondern vielmehr um eine zarte Liebesgeschichte mit unendlich vielen Schattierungen und viel Tiefgang.

Selten habe ich das geschriebene Wort so schmecken können, wie in Herrn Arenz Schilderungen. Lust auf Schokolade und edle Pralinées ist vorprogrammiert. Das Buch hat tatsächlich - wie der Rückentext schon sagt - etwas von "Das Parfüm". 

Die Geschichte selbst bietet viele traurige und ruhige Momente, viel Leid. Der erste Teil des Buches ist meines Erachtens nach der stärkste. Hier erfährt man Augusts Gefühlswelt und lernt seine geheimnisvolle Herzdame kennen. Das macht einfach Spaß!
In der Buchmitte und vor Allem am Ende werden die Ereignisse leider etwas obskur und nicht mehr allzu gut nachzuvollziehen. Hier schwächelt der Roman und kann nur durch seine zauberhafte Sprache und den liebenswerten August bestehen.

Trotz dieser Mängel möchte ich das Buch doch allen Liebesgeschichten-Fans, die eine besonders schöne Geschichte abseits der Jugendbuch-Romanzen lesen will sehr empfehlen. Das Lesen ist hier wirklich ein Genuss.




Fazit:
Der Duft von Schokolade hält was Titel und Cover versprechen: eine wunderschöne, geheimnisvolle Geschichte um eine große Liebe zwischen zwei Menschen, welche durch deren Liebe zur Schokolade versüßt wird. Mit starker Sprache und viel Gefühl bietet dieses Buch ein zauberhaftes Erlebnis zwischen zwei Buchdeckeln.



Bewertung:

Freitag, 25. November 2011

Rezension | Zeitenzauber



  • Seiten: 336
  • Autor: Eva Völler
  • Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus); Auflage: 2
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833900261
  • Preis: Ca. 14,99€


Inhalt:
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen ═ und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ... ..(Quelle)

Meinung: 
Sollte euch das Buch nicht gefallen, gibt es mit seinem Cover wenigstens ein kleines Schmuckstück im Regal ab. Bei mir stellte sich dann auch wieder sehr schnell das Phänomen des Cover-kuschelns ein. Irgendwann habe ich es dann aber geschafft, das Buch zu lesen ;)

Zu Beginn des Buches begleiten wir Anna, die mit ihren Eltern gerade in Venedig Urlaub macht, durch den Tag. Wie schon dem Buchrücken zu entnehmen ist, findet Anna sich dank einer mysteriösen Zeitreise (eigentlich sind Zeitreisen ja immer mysteriös- ich weiss) schneller als ihr lieb ist im Venedig des 15. Jahrhunderts ein, wo sie sich zunächst zwischen übelriechenden und ipod-losen Menschen durchschlagen muss. Natürlich legt sie nun alles daran, wieder "zurück" zu reisen, was aber nicht so einfach ist. Bald wird klar: Anna ist nicht ohne Grund hier aufgetaucht.

Eva Völler schreibt mit stets humorösen und gekonnten Worten eine fesselnde Geschichte, die durchweg kurzweilig bleibt. Der Schreibstil ist frech, witzig und mireissend. Wenn ihr darüber nachdenkt, das Buch vor dem Ende aus der Hand zu legen, vergesst den Gedanken lieber schnell wieder.

Die Charaktere sind zwar nicht besonders detailliert und nachfühlbar dargestellt, wirken aber trotzdem sehr sympathisch. Anna ist witzig, stark und ein wenig naiv. Auf der anderen Seite haben wir den schlauen und mysteriösen Sebastiano, der immer einen Ausweg kennt. Nunja, zwar sind hier einige Klischees involviert, aber das macht die Action und abwechslungsreiche Handlung schnell wieder wett.

Unterschwellig wird jungen Lesern hier eine kleine Geschichtslektion erteilt. Spielerisch erfährt man, wie der Alltag im alten Venedig aussah, wie hart und überlebensnotwendig die Arbeit damals war. So kommt das Lernen also nicht zu kurz.

Gegen Ende wird das Buch richtig Spannend und der Leser fiebert jede Seite bis zur Auflösung mit. Zwar ist die Geschichte am Ende abgeschlossen, dennoch hat Eva Völler sich ein kleines Hintertürchen zu einem zweiten Teil aufgelassen, worauf ich sehr hoffe.


Fazit:
Begeisterte Fans der Rubinrot-Reihe von Kerstin Gier werden auch Zeitenzauber lieben. Euch erwartet eine abwechslungsreiche, spannende Handlung in einer unheimlich interessanten Zeit. Wortwitz und tolle Ideen runden das Ganze ab. Nicht nur junge Leser werden an diesem Buch und einer eventuellen Fortsetzung noch großen Spaß haben! Absolut weiterzuempfehlen!
    

Bewertung:
 

Mittwoch, 16. November 2011

Rezension | Mieses Karma



  • Seiten:288
  • Autor: David Safier
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 28 (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499244551
  • Preis: Ca. 8,99€


Inhalt:
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird.
Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat - und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!..(Quelle)

Meinung: 
Auch für mich wurde es nun einmal Zeit, den ersten Safier zu lesen. Mieses Karma überzeugte mich mit dem witzigen Klappentext sofort.


Ich bin kein Mensch, der bei Büchern laut loslachen muss, dennoch gab es einige Stellen, an denen genau das geschah. Für ein Schmunzeln ist dieser Roman auf jeden Fall gut.

In den ersten 50 Seiten konnte ich mich noch nicht so richtig mit dem Humor und der Erzählweise anfreunden, was sich, sobald die gute Kim endlich zu einer Ameise wird allmählich ändert. 


Ab da überzeugt David Safier mit seinem Ideenreichtum und locker flockigen Schreibstil, der so klar und einfach ist, dass er sich flüssig und schnell verschlingen lässt und man sich unwillkürlich fragt: wo ist die Zeit geblieben?


Schon das Genre lässt erahnen, dass hier Klischeecharaktere eingesetzt werden. Trotzdem hat mir die zunächst fiese und verwöhnte Kim mit der Zeit immer besser gefallen. Gegen Ende ( Ich glaube, da verrate ich nicht zu viel ) ändert sie sich um ein ganzes Stück, kann aber noch immer nicht so ganz aus ihrer Haut, was mir gut gefallen hat. 


Gegen Mitte, Ede des Romans wird es dann auch sehr spannend und die Seiten blättern sich wie von selbst um. Besonders gut/witzig/bemerkenswert sind die Passagen mit Casanova, der, immer ganz der alte Schwerenöter, in Randnotitzen seine eigenen Erlebnisse beschreibt. Seine triebhafte Art in diesen brachte mich am häufigsten zum Lachen.


Dies wird auf keinen Fall mein letzter Safier bleiben. Ich bin schon gespannt auf den nächsten. Über Empfehlungen freue ich mich immer ;)


Fazit:
Mieses Karma ist ein etwas anderes Buch, das sich von den meisten Büchern, ie ich bisher gelesen habe, stark abghebt. Mit dem Humor muss man natürlich klarkommen, aber dann wartet auch eine starke Geschichte über Liebe, Vertrauen und das nervige Loslassen auf einen. Mit beendigung der letzen Seite fühlt man sich schlichtweg gut unterhalten und freut sicha uf seinen nächsten Safier, in der Hoffnung, dieser möge ähnlich verrückt sein. Für Comedy Fans und Freunde witziger Frauenbücher mit einem Schuss Wahnsinn ist Mieses Karma goldrichtig.
    

Bewertung:
 

Sonntag, 2. Oktober 2011

Rezension | Alles ganz Isi


Daten:

  • Seiten: 256
  • Autor: Alva Gehrmann
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423248742
  • Preis: Ca. 14,90€


Inhalt:
Sie essen Blutwursttorten und vergammelten Hai, wählen einen Komiker zum Bürgermeister, stricken wollene Ganzkörperkleider und ihre bevorzugten Treffpunkte sind 40 Grad heiße Quellen. Zugegeben: Isländer sind ein wenig merkwürdig, aber auch liebenswert. Und man kann einiges von ihnen lernen.


Schließlich sind sie Lebenskünstler und trauen sich, verrückte Ideen auszuprobieren.
Alva Gehrmann erzählt vom Alltag auf der einsamen Insel im Nordatlantik, der alles ist, nur nicht langweilig. Sie zeigt, wie sich Tatendrang und Kreativität ganz leicht im eigenen Leben umsetzen lassen - im Beruf, in der Familie, in der Liebe und beim Überwinden von großen oder kleinen Krisen.

Lassen Sie sich von der isländischen Lebenskunst inspirieren und nehmen Sie mal „ALLES GANZ ISI“.(Quelle)


Meinung:
Wie meistert man eine Kriese? Natürlich mit Humor. 
Island steht nicht gerade auf Jedermanns Urlaubsliste. da entgeht uns aber einiges! Das wunderbare Land der Vulkane und Geysire  kann uns Deutschen so manches beibringen. Autorin Alva Gehrmann hat mit "Alles ganz isi" eine höchst ansteckende Liebeserklärung an die isländische Lebenskunst veröffentlicht.

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2011 wird uns dieses Land nun endlich besser vorgestellt. Zahlreiche tolle Bücher von und über Island sind jetzt nahezu überall zu erstehen. Ich kann nur Jedem ans Herz legen, Teil dessen zu werden.

Die Isländer scheinen eine Lebensfreude zu besitzen, auf die man glatt neidisch werden könnte. Was es nicht gibt, wird schnell erfunden und berühmt ist ja sowieso fast Jeder. Ein Job ist noch lange nicht genug und Patchworkfamilien sind Tradition.
Nach dem Motto "weniger nachdenken - einfach machen" leben die 318.236 Isländer gemütlich vor sich hin, sind meist glücklich und zufrieden. Wer braucht schon langweilige Pläne und Ordnung? 

Zu jedem Thema stellt die Autorin persönliche Erlebnisse und Lebensgeschichten verschiedener, höchst inspirierender Isländer vor.

Aufgelockert werden die Erzählungen durch wunderschöne, qualitativ gute schwarz-weiß Bilder von Land und Leuten. Teilweise musste ich doch sehr staunen und nachdenken. Isländer scheinen ja für alles eine Lösung zu finden - auf den allerletzten Drücker selbstverständlich. 

Der Schreibstil ist leicht und locker. An keiner Stelle ist das Buch trocken, sondern dank mit Witz und Sarkasmus der Autorin höchst fesselnd. Das Inhaltsverzeichnis und die Aufteilung des Buches macht es möglich, das Buch als eine Art Lexika zu benutzen. Ich habe es zwar in einem Rutsch von Vorne bis Hinten gelesen, das muss aber nicht so sein. Sämtliche Anekdötchen und Kapitel können unabhängig voneinander gelesen werden.

Das Buch erreicht genau das, was es soll: es macht Lust auf mehr Island! Wen ihr dieses Buch gelesen habt, werdet ihr wahrscheinlich, so wie ich, unbedingt Island besuchen wollen und euch ein kleines Stück der lebensbejahenden und lockeren Kultur zu eigen machen.

Wer jetzt noch nicht scharf auf Island ist, sollte vielleicht mal einen Blick in die Leseprobe zum Buch werfen, um sich hoffentlich ganz schnell in das Land zu verlieben: Zur Leseprobe.

Fazit:
Es ist nicht einfach, dieses Buch zu bewerten. schließlich handelt es sich um ein Sachbuch und nicht um eine Geschichte. Das Buch stellt ein Land vor, ohne sich anzumaßen, dieses komplett durchleuchtet zu haben. So etwas ist nunmal nicht möglich. Wenn ich die Aufmachung, den tollen Stil der Autorin und den sehr interessanten Inhalt bewerten soll, sehe ich keinen Grund, weniger als 4 Punkte zu geben. Das Buch ist gelungen, daran besteht kein Zweifel. Wer sich auch nur ein kleines Bisschen für Island oder für Reiseberichte und andere Kulturen interessiert, kann bedenkenlos zugreifen.


Bewertung: 




Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Dtv-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplare. Hier könnt ihr euch das Buch kaufen. 
Des Weiteren danke ich ganz ♥-lich der wunderbaren Seite Blogg dein Buch.

Sonntag, 18. September 2011

Rezension | Der bemalte Vogel

Daten:

  • Seiten: 336
  • Autor: Jerzy Kosinski
  • Verlag: Arche Verlag (5. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716026735
  • Preis: Ca. 19,90€


Inhalt:
"Ich legte mich aufs Bett und blätterte das Buch auf, als die Uhr Mitternacht schlug. Als ich die letzte Seite las, war fünf Uhr morgens vorbei."
Louis Begley
Dieser Roman, der 1965 zunächst in den USA erschien, hat Millionen Leser auf der ganzen Welt erschüttert. Einer von ihnen ist Louis Begley, dem das Buch 1966 in Frankreich in die Hände fiel. Es war eine Lektüre, die er nie wieder vergaß und die ihn jetzt bewogen hat, den endlich wieder lieferbaren Weltbestseller mit einem Vorwort zu versehen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wird in Polen ein sechsjähriger Junge zu Pflegeeltern aufs Land gegeben. Er hat olivfarbene Haut, dunkle Haare und schwarze Augen. Die Bauern halten ihn für einen Zigeuner oder einen jüdischen Flüchtling. Bald nach seiner Ankunft stirbt die Pflegemutter; der Junge muss fliehen, er wird zum Ausgestoßenen. Vor ihm liegt eine Odyssee durch eine aus den Fugen geratene Welt, die geprägt ist von den Gräueln des Krieges und der Gewalt der abergläubischen Landbevölkerung.
"Der Junge im Bemalten Vogel verkörpert das Drama unserer Kultur: Die Tragik des Verbrechens begleitet die Lebenden. Dieses Drama kann nicht an den Kriegsfronten beendet, in Häusern zerbombt, in Konzentrationslagern eingesperrt werden. Alle Überlebenden des Verbrechens tragen dieses Drama in sich, sowohl die Sieger wie die Besiegten. Der Kern dieses Dramas ist Hass." Jerzy Kosinski (Quelle)


Meinung:
Zuerst möchte ich eine ernstgemeinte Empfehlung aussprechen. Lest dieses Buch nicht, wenn ihr unter 18 seid. Ich bin mir ziemlich sicher dass dieses Buch Menschen jeglicher Altersklassen erschüttert. 

Zur Vorgeschichte: Das Buch wurde vom Arche Verlag neu aufgelegt. Erschienen ist es 1965 in den USA. Ein ausführliches Vorwort von Louis Bengley zu Beginn der Neuauflage erklärt mehr über die Entstehung und Geschichte des Buches.

 Jerzy Kosinski, der Autor des Buches, hatte allesa ndere als ein leichtes Leben. Vor der Lektüre sollte man ein paar Eckdaten kennen: "Jerzy Kosinski, 1933 in Polen als Józef Lewinkopf geboren, wurde von seinem Vater nach dem Überfall der Deutschen 1939 unter falschem Namen bei einer katholischen Familie versteckt. 1957 emigrierte er in die Vereinigten Staaten. Kosinski wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der National Book Award. 1991 wählte er in New York den Freitod.Quelle"


Der bemalte Vogel handelt von einem zunächst 6-Jährigen Jungen, dessen Name und Nationalität nicht erwähnt werden. Seine Eltern wollen ihn vor dem zweiten Weltkrieg bewahren und schicken ihn in ein ländliches Gebiet in Polen, dessen Bewohner die Bildung und Zivilisation noch nicht vollständig erreicht haben. Der Junge hat einen dunklen Teint und wird von den Bauern und Dörflern für einen Juden oder Zigeuner gehalten. Dieser Umstand ist ausschlaggebend für das schreckliche Schicksal, welches ihn erwartet. Nach einiger Zeit stirbt die "Pflegemutter", die dem Jungen Unterschlupf gewährte und so beginnt sein Leben als Ausgestoßener, der von Dorf zu Dorf flieht.

Die Bevölkerung ist abergläubisch und so wächst der Junge in dem Wissen auf, er habe den bösen Blick und sei von einem Dämonen gelenkt, da er dunkle Augen habe. Er erfährt keinen Funken Liebe und wächst auf mit der Brutalität, Abscheulichkeit und Unwissenheit der Bauern. Als die Judenverfolgung thematisiert wird, zum Beispiel, sind die Dorfbewohner erfreut darüber und der Junge denkt sich folgende, traurige Sätze:


"Ich fragte mich, ob es so vieler Juden bedürfte, um Gott für den Verlust seines Sohnes zu entschädigen. (Der bemalte Vogel)" 

Dies denkt er voll aufrichtiger Neugier.

Das Buch kommt ganz ohne wörtliche Rede aus. Obwohl der kleine Junge der ICH-Erzähler ist, fehlen Beschreibungen von Gefühlen komplett. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf die Abhärtung, die der Junge erfährt. Die ganze Geschichte wird wie aus einer neutralen Distanz erzählt, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. 
Der Sprachstil ist sehr gewandt und gewählt. Die große Erzählkunst des Autors, der gehobene Sprachstil stehen im krassen Gegensatz zum grausamen, erzählten Geschehen. Das Buch verzichtet auf Kapitel und bietet nur vereinzelt Absätze, was ich hinderlich fand, da kaum Platz für Lesepausen bleibt und der Leser sich erst wieder eingewöhnen muss.

In seiner Naivität schustert sich der Junge seine ganz eigenen Regeln zurecht, wie die Welt funktioniert. Diese überarbeitet er mit jeder neuen Erfahrung. So werden dem Leser ganz neue Sichtweisen gewährt, die mitunter für einen Klos im Hals sorgen. Der Leser ertappt sich bei dem Wunsch, dem Jungen möge wenigstens einmal etwas Gutes widerfahren. 

Das Buch bietet viele Lebensweisheiten und Lehren. Oft auch politischer Art. Das Buch schreibt aber keine Meinung vor, sondern bleibt neutral und distanziert.


"Mensch- wie stolz das klingt! Der Mensch trägt seinen eigenen privaten Krieg in seinem Innern, den er führen und gewinnen oder verlieren muss - seine eigene Rechtsprechung (S.310, der bemalte Vogel)"


Das Ende ist sehr unbefriedigend und plötzlich. In Erinnerung bleibt ein Buch, dass an vielen Stellen Tränen erforderte, das den Leser Wut, Scham, Verzweiflung, Hoffnung, Trauer und Mitleid in all deren Facetten fühlen lässt.

Fazit:
Der Mensch als Produkt seiner Umwelt und seiner Erziehung. Das könnte die Überschrift für eine Erörterung zu diesem Buch heißen. Ich will es nicht schönreden. der Schreibstil ist gelungen, der Inhalt aber ist sehr harter Tobak. Wer weiss, dass der sich schnell ekelt oder vor Gewaltsbeschreibungen fürchtet, sollte dieses Buch wirklich nicht lesen. Selten hat mich ein Buch so berührt und zugleich wütend gemacht. Der bemalte Vogel dient nicht zur Unterhaltung - dieses Buch zeigt traurige, unglaubliche und lebhaftige Geschichte. Stellenweise wird die Gewalt einfach zu viel. Kann ein Mensch nach so einer Kindheit überhaupt je wieder etwas Gutes fühlen? Ich habe jedenfalls keine Antwort darauf.

 .
Bewertung: 
 






Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Arche-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplares. 


Mittwoch, 31. August 2011

Rezension | Angel Eyes

Daten:
  • Seiten: 464
  • Autor: Lisa Desrochers
  • Verlag: Rowohlt Polaris (1. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862520064
  • Preis: Ca. 14,95€


Inhalt:
Zwischen Himmel und Hölle liegt nur ein Herzschlag. Als Frannie zum ersten Mal Luc begegnet, fehlen ihr die Worte. Dabei ist sie sonst nicht auf den Mund gefallen. Doch der Neue sieht einfach unverschämt gut aus: ein echter Drauf­gänger mit dunkler Aura – genau ihr Typ. Was Frannie nicht weiß: Luc ist ein Dämon mit besonderer Mission. Er soll ihre Seele für die Hölle sichern. Denn Frannie hat eine wertvolle Gabe, von der sie selbst nichts ahnt. Doch auch die himmlischen Mächte schicken einen Kandidaten ins Rennen: Gabe, einen attraktiven jungen Engel. Und ehe sie sich´s versieht, steht Frannie nicht nur zwischen zwei Männern, sondern auch im Zentrum eines uralten Kampfes ...  (Quelle) 

Meinung:
Das erste Plus bekommt Angel Eyes aufgrund seines tollen Flexi-Covers. Eine Mischung aus Hardcover und Taschenbuch. Außerdem ist das Cover selbst wirklich ansprechend.
Ich hatte vor dem Lesen noch keine Ahnung von der Story und rätselte von Anfang an mit.

Frannie denkt, sie sei ein ganz normales Mädchen. natürlich ist sie dies nicht, schließlich setzen sich Himmel und Hölle in Bewegung, um ihre Seele zu bekommen.

Das Thema Dämonen/Engel wird mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich war ein wenig enttäuscht von der wenigen Ernsthaftigkeit. Reaktionen und Gefühle der Hauptcharaktere empfand ich als flach und realitätsfern. Das soll jetzt aber die Story nicht verteufeln, die ist nämlich sehr schön.
Die Idee von Himmel und Hölle wird hier sehr kreativ umgesetzt. Wir entdecken die Welt mit Frannie ganz neu und das machte Angeleyes zum absoluten Pageturner.

Die Dreiecksbeziehung, in die sich Frannie hilflos verfängt ist Stoff für die Romantiker unter euch. Mir hat sie gut gefallen und es wurde auch nicht zu viel Liebesgeschichte. Das soll nicht heißen, dass die liebe Liebe nicht eine sehr zentrale Rolle spielt. Das tut sie auf jeden Fall.

Der Sprachstil ist sehr einfach und klar gehalten mit kurzen Sätzen und schön kurzen Kapiteln. Die Perspektive wechselt ständig zwischen Frannie und Luc. Erzählt wird im Präsenz, was nicht meine favorisierte Erzählzeit ist, woran der Leser sich aber schnell gewöhnt.

Sehr irritierend wirkt, wie wankelmütig Frannie sich verhält. Im einen Moment fühlt sie dies, im nächsten liest man wieder, genau das Gegenteil sei der Fall. Das ist schwer zu benennen ohne zu spoilern, aber ihr werdet es beim Lesen sicher auch bemerken.

Das Ende lässt viel Raum für Neues und erfordert nicht zwingend den Kauf von Band 2, was mir gut gefällt.


Schwächen
-Wenig Tiefgang trotz des Themas Tod.

-sehr konstruiert wirkende Handlung

Stärken
-Spannung a la "Wen wird Frannie sich angeln?" ist garantiert.

-Interessante, neue Darstellung der Engel/Dämon Thematik

Fazit:
Wer eine Liebesgeschichte, gemischt mit innovativen Ideen zum Thema Himmel und Hölle sucht, ist mit Angel eyes wunderbar bedient. Sehr viel mehr ist Angel Eyes aber auch nicht. Das macht aber nichts und ich vergebe wiedermal den Titel §ein tolles Buch für Zwischendurch." Es soll übrigens eine Fortsetzung geben, die ich mir auf jeden Fall zulegen werde, da ich unbedingt wissen will wie es mit Frannie und ihren Dämonen und Engeln weitergeht.


Bewertung:






Ein herzliches Dankeschön geht an den Rowohlt Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 23. August 2011

Evernight - Tochter der Dämmerung | Rezension

Daten:
  • Seiten: 416
  • Autor: Claudia Gray
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442377366
  • Preis: Ca. 9,99€


Inhalt:
Bianca liebt Lucas, auch wenn er als Jäger der eingeschworene Feind von Vampiren wie ihr war. Doch da erlebt sie mit, wie gnadenlos seine Familie auf eine Freundin von ihr Jagd macht, und ihr kommen Zweifel. Soll sie sich von ihm abwenden, wie ihre Eltern es wünschen? Jetzt muss sie sich entscheiden – zwischen ihrer Familie und der Liebe zu ihrem größten Feind. (Quelle) 

Meinung:
Von diesem, zweiten Band der Evernight-Reihe hatte ich mir viel versprochen. Da der erste Band eher wie eine Einführung mit wenig Spannung daherkam, sollte es in "Tochter der Dämmerung" langsam ans Eingemachte gehen.
Wer den erstenTeil noch nicht gelesen hat, sollte hier nicht weiterlesen. Zwar versuche ich, so wenig wie möglich zu verraten, dennoch können manche Informationen hier nicht unerwähnt bleiben. allein die Inhaltsangabe von Amazon enthüllt schon (zu) viel.

Die Handlung setzt kurz nach den Geschehnissen des ersten Bandes ein. Bianca ist alleine in Evernight und Lucas hat sich beim schwarzen Kreuz verschanzt. Die Liebenden verzehren sich nacheinander und suchen verzweifelt nach Mitteln und wegen sich wieder zu sehen. Ein Hauptthema ist außerdem Biancas Umgang mit ihrer immer stärker werdenden Vampirnatur, was im ersten Band von Miss Bethany schon angekündigt wurde.

Wie schon in Evernight 1, fand ich auch beim zweiten Teil nur schwer den Einstieg. Die ersten Seiten ziehen sich in die Länge. Hat man diese aber überwunden, klebt das Buch dann doch noch in den Händen und liest sich flüssig und schnell.

Der Sprachstil bleibt sich treu. ich kann guten Gewissens meine Einschätzung aus Band 1 wiederholen: "Der Schreibstil ist mir sehr positiv aufgefallen. Subtiler Humor, Realitätsähe Gespräche und eine klare, einfache Sprache sorgen für ein angenehmes Lesegefühl."

Die Charaktere scheinen sich weiterentwickelt zu haben. Bianca erscheint reifer und weniger naiv. Die Umstände und ihre bevorstehende Verwandlung haben sie gezeichnet und das ist gut nachvollziehbar. Auch Lucas zeigt nun neue Aspekte seines Charakters und ist nicht länger nur der starke, verliebte Rebell. In diesem Band wuchs mir Balthazar sehr ans Herz. Seine Reife und geduldige Art haben mir sehr gut gefallen.

Gegen Ende steigt dann auch die Spannung und die Ereignisse überschlagen sich. Vielleicht ein wenig zu schnell. Mehr wird nicht verraten aber das Ende macht auf jeden Fall neugierig auf Band 2.


Schwächen
-Sehr, sehr viel Liebesgeschichte

-Einige Buchseiten mehr hätten dem Ende mehr Verständlichkeit eingebracht

Stärken
-Runde, Realitätsähe Charaktere, die sich weiterentwickelt haben

-Überraschende Wendungen und Wirrungen, die einfach (Lese)Spaß machen
Fazit:
Evernight - Tochter der Dämmerung ist auf jeden Fall spannender und ich wage auch zu sagen besser als der erste Band.Und wird wider Erwartens auch nicht der Letzte Band sein, den ich von Evernight lesen werde. Ich bin sogar sehr gespannt auf den nächsten. Inzwischen sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen und ich will unbedingt die letzten Geheimnisse der Evernight Welt erfahren. 4 verdiente Punkte.


Bewertung:





Ein herzliches Dankeschön geht an den Blanvalet Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 14. August 2011

Rezension | Spooky Little Girl

Daten:
  • Seiten: 352
  • Autor: Laurie Notaro
  • Verlag: Blanvalet Verlag (25. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764503858
  • Preis: Ca. 12,99€


Inhalt:
Von allen guten Geistern verlassen?

Lucy hat nach der geplatzten Hochzeit mit ihrem Verlobten Martin wirklich eine Pechsträhne: Sie läuft vor einen Bus – und erwacht im näheren Jenseits. Und zwar in einer Geisterschule, wo unglücklich Verstorbene lernen, was es heißt, etwas spooky zu sein. Wie wird man eine erfolgreiche Seele und erfüllt seine letzte Mission? Lucy gibt sich alle Mühe, ein guter Geist zu sein, denn ansonsten müsste sie die Ewigkeit in ihrem alten Zuhause verbringen. Wo ihr (Ex-)Verlobter offensichtlich bereits nach einem Ersatz für sie sucht. Himmel, was ist eigentlich mit ihrem Leben passiert? Und warum, zum Teufel, scheint sie trotz ihres tragischen Unfalls eigentlich niemand zu vermissen?

Ein Himmelfahrtsroman zum Lachen, Weinen und Verlieben! (Quelle)

Meinung:
Zuerst möchte ich euch den witzigen Trailer zu diesem Buch präsentieren:



Mich hatte der Klappentext sofort angefixt und ich war sehr überrascht, dass diesem Buch nicht mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde, da es schon ein Weilchen auf dem Markt ist, ich aber auf Lovelybooks und Co Nichts darüber gefunden hatte. Jetzt aber zum Buch:

Spooky Little Girl beginnt wie ein waschechter Roman aus der Sparte Komödien für Frauen, was mich zuerst ein wenig irritiert hatte. Sehr schnell wird der Leser in das Leben der Protagonistin Lucy eingeführt, lernt Freunde und Feinde kennen und ist plötzlich mittendrin.
Ungeduldig wie ich bin, konnte ich mir eine Lesepause erst genehmigen, als der (meiner Meinung nach) beste Teil des Buches begann: Lucys Tod. Dieser geschieht so plötzlich, als würde ein Pflaster abgezogen. Wie im echten Leben manchmal eben auch.

Die Sprache ist keine unauffällige, um Klarheit bemühte. Aber das ist egal. Laurie Notaro weiß sich im Dschungel der Stilelemente zurecht zu finden. Metaphern, blumige Vergleiche und intelligente, schöne Sätze stecken zuhauf hinter dem knalligen Neoncover. Starken Wert legt Frau Notaro anscheinend auf den Einsatz von Humor. Jeder muss selbst entscheiden, wie viel Humor zu viel Humor ist. Ich finde, die goldene Mitte wurde gefunden.

Irritierend sind gegen Ende des Buches plötzlich eingeführte Sichtwechsel deren Notwendigkeit ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Außerdem wirkt Lucy an manchen Stellen sehr naiv und sieht das offensichtliche nicht (Stellt es euch vor wie damals bei Sailor Moon: Sie verwandelt sich und sieht genau gleich aus, aber trotzdem erkennt sie keiner). Wenn ich gerade beim Meckern bin, möchte ich noch erwähnen dass die Geschichte sich gerne noch viele Seiten länger bei der Geisterschule aufhalten hätte dürfen und diese viel zu abrupt endet.

Das Ende ist dann aber wieder im gewohnten Stil und lässt den Leser mit gemischten Gefühlen zurück. Spooky little girl ist eine witzige Geschichte über ein ernstes Thema mit versteckter Tiefe. Sehr unterschiedlich lassen sich die Geschehnisse interpretieren, was ich euch natürlich nicht vorwegnehme. 

Schwächen
-Plötzliche Wechsel zur Sicht Anderer
Protagonisten gegen Ende, die den Lesefluss stören
-unrealistische Reaktionen der Figuren auf ernste Geschehnisse 
-Recht vorhersehbare Handlung

Stärken
-Sympathische Hauptperson, die so gar nicht perfekt ist.

-Einfallsreichtum bei der Beschreibung des Lebens nach dem Tod
-Aufwändiger und schöner Schreibstil


Fazit:
Spooky little girl ist leichte Erwachsenenliteratur und liest sich bis auf kleine Aussetzer sehr flüssig. Mir hat die Mischung aus Komödie, Frauenroman und Fantasy sehr gut gefallen und ich vergebe dem skurrilen Mix 4 Hugos. Übrigens beruht die Geschichte teilweise auf wahren Begebenheiten - den Rest hat Autorin Laurie Notaro köstlich ausgeschmückt. Keine tiefgreifende Weltliteratur, aber großartige Unterhaltung.




Bewertung:



Ein herzliches Dankeschön geht an den Blanvalet Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...