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Mittwoch, 29. Februar 2012

Buchtipp | Fatima und der Traumdieb

  • Seiten: 40
  • Autor: Rafik Schami
  • Verlag: Nord-Süd-Verlag; Auflage: 1., Auflage (1. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3314100329
  • Preis: Ca. 16,95€

Ein letzer, wirklich schöner Buchtipp vor dem Urlaub :) Bis bald ihr Lieben!
Inhalt:
Rafik Schami erzählt die Geschichte eines verschlagenen Traumdiebes, der am liebsten die Träume seiner Knechte stiehlt, um sie sich anschließend schmecken zu lassen.Auch Fatimas großer Bruder, Hassan, ist in die Falle des Traumdiebes getappt und hat seine Träume und seinen Lohn verloren. Da beschließt Fatima, es dem Dieb so richtig heimzuzahlen,und macht sich mutig auf den Weg. Mit viel Humor und Einfallsreichtum überlistet Fatimaden diebischen Traumfänger und befreit die gefangenen Träume...(Quelle)

Meinung: 
Ich halte jetzt in meinen Händen das Bilderbuch „Fatima und der Traumdieb“ geschrieben von Rafik Schami und illustriert von Ulrike Baier. Ich muss sagen, dass ich sehr gespannt war auf ein Bilderbuch von Rafik Schami, da ich fast alle seine Bücher gelesen habe und immer sehr begeistert war.
Das Bilderbuch ist großformatig (ca. DINA4 Format) und stabil, was für ein Bilderbuch für Kinder wichtig ist. Beim ersten Durchblättern fallen mir sofort die Illustrationen auf. Die Bilder sind sehr schön farbig und detailliert gezeichnet und schlicht gehalten. Das Verhältnis von Text und Bild ist sehr gut gemacht und das Hauptaugenmerk sind erst einmal die Bilder. Beispielsweise sind die Gewänder der Figuren sehr fantasievoll ausgestaltet und herrlich anzusehen.
Jetzt aber zur Geschichte: Ich finde es ist Rafik Schami auch in diesem Buch wieder außerordentlich gut gelungen eine klare Erzählweise und auch für Kinder gut verständliche Sprache zu finden.
Rafik Schamis Geschichte ist ein tolles Märchen über ein Gewischterpaar und deren Erfahrungen. Hassan und Fatima, die zwei Helden dieser Geschichte leben bei ihrer verwitweten Mutter in großer Armut. Als die Mutter krank wird macht sich Hassan auf um Geld für die Familie zu verdienen. Er landet bei einem tyrannischen Mann, der Hassan ausnutzt und demütigt. Dem Tyrannen geht es so gut, da er die Träume anderer Menschen stiehlt und davon in Saus und Braus leben kann. Ohne seinen Lohn für seine Arbeit zu erhalten, muss Hassan tieftraurig nun wieder zurück zu seiner Familie. Nun versucht seine kleine gewitzte Schwester Fatima Geld für die Familie zu verdienen und macht sich auf den Weg zum Schloss des Tyrannen. Fatima schafft es mit ihrer Klugheit und ihrem Mut den Tyrannen zu überlisten. Sie schlägt ihn mit seinen eigenen Waffen und hilft dadurch sogar anderen Menschen ihre Träume wiederzufinden. Alles in allem ist das Buch eine schönes Gleichnis dafür, wie viel Wert die Träume der Menschen haben. Rafik Schami schafft es auch auf poetische Art auf das Thema der Kinderarmut und Kinderarbeit aufmerksam zu machen. Das Bilderbuch ist nämlich der Auftakt zu einer Kinderbuchserie die vom NordSüd Verlag und von der UNICEF verlegt wird. Auf der letzten Seite des Buches wird das Thema Kinderarbeit auch in einem Informationsteil der UNICEF beschrieben und kindgerecht erklärt. Außerdem wird erklärt, was die UNO Kinderrechtskonvention und die UNICEF sind und das Kinder wissen sollen, dass sie Recht haben. Als letzter Abschnitt wird die Situation von Kindern in Syrien beschrieben und welche Maßnahmen die UNICEF unternimmt um den Kindern in Syrien zu helfen.
 


Fazit:
Dieses Buch eignet sich hervorragend für Groß und Klein und kann denke ich Kinder schon ab 4 Jahren gut vorgelesen werden. Auf sehr poetische und gut erzählte Art und Weise wird ein wichtiges Thema aufgegriffen und bearbeitet und eine wunderbare Geschichte erzählt über Träume, Ungerechtigkeit und kluge Kinder.   
Es folgt ein Zitat vom Verleger:
„Fatima und der Traumdieb ist eine Parabel, in der Rafik Schami vordergründig auf das Problem der Kinderarbeit aufmerksam macht. Aber fast noch brisanter und aktueller ist das Thema der gestohlenen Träume. Der Autor findet deutliche Worte: Wer Kindern die Träume – und damit die Hoffnung auf eine bessere Zukunft – stiehlt, ist nicht nur einfach ein Dieb, sondern ein Verbrecher. Das, so die Botschaft an die Despoten dieser Welt, ist der Anfang ihres Endes“
    
 


Montag, 13. Februar 2012

Die Akademie der Abenteurer | Rezension

  • Seiten:284
  • Autor: Boris Pfeiffer
  • Verlag:  Bibliographisches Institut, Mannheim; Auflage: 1., Auflage (15. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3411071044
  • Preis: Ca. 14,95€


Inhalt:
Als Rufus die Eingangshalle der Akademie betritt, beginnt für ihn ein aufregendes Abenteuer! Das altehrwürdige Gebäude ist gefüllt mit den rätselhaftesten Fundstücken aus der Vergangenheit. Was hatte es mit diesen Scherben, Fetzen und Bruchstücken auf sich? Und warum wurden hier an der Akademie neben "Ausgestorbene Sprachen" und "Antike Schwertkunde" auch seltsam klingende Fächer wie "Gesetzmäßigkeiten der Fluten" oder "Seltene Anschwemmungsartefakte" unterrichtet? Artefakte - was sollte das überhaupt sein? Rufus, Fili und No sind dem Geheimnis auf der Spur - und schon bald durchströmen längst vergessene Szenen aus der Zeit der Pharaonen die Akademie...(Quelle)

Meinung: 

Hinter diesem recht unscheinbaren Cover, das an zahlreiche Ausgaben alter Thomas Brezina Bücher erinnert, steckt eine Geschichte, die mich umgehauen hat. Schon jetzt gehört Die Akademie der Abenteurer zu meinen Highlights 2012.


Rufus staunt nicht schlecht, als er erfährt, was in seiner neuen Schule wirklich vorgeht. Hier wird Geschichte hautnah erlebbar. Trotzdem stecken so viele Geheimnisse hinter der Akademie der Abenteurer, dass die Buchreihe noch lange mysteriös und faszinierend bleiben wird. Zusammen mit seinen neuen Freunden Fili und No stürzt er von einem Abenteuer ins nächste.

Stil&Sprache
Die Sprache ist denkbar einfach. Auch etwas wissenschaftlichere Themen werden so leicht erklärt, wie manch einer sich das in seinen Schulbüchern gewünscht hätte. Der allwissende Erzähler berichtet aus der Sicht der drei Jugendlichen, vor allem aus Rufus Sicht. Mit ihm zusammen entdeckt der Leser die Akademie und deren Eigenarten.

Die Akademie der Abenteurer ist ein Jugendbuch und wartet dementsprechend mit einer entsprechend leicht verständlichen, jugendgerechten Sürache auf. Hier finde ich sehr schön, dass auf Kraftausdrücke und zu harten Jugendslang verzichtet wurde, da dieser erfahrungsgemäß die schönste Geschichte zerstören kann.

Charaktere
Rufus ist ein eher ruhiger, besonnener Junge, der unkompliziert und wissbegierig ist. Er betrachtet die Dinge sehr genau und zieht daraus seine Schlüsse. Sehr schön wirkt sich das in der Beziehung zu seiner Mutter aus, die er sehr neutral beobachtet und ihre wachsende Geldgier und Veränderung bemerkt. Trotzdem liebt er seine Mum und sucht nach einem Ausweg. Die Akademie kommt da natürlich gerade recht.
Fili ist die Superschlaue in der Runde und verbirgt so manch ein Geheimnis. No hingegen ist der verrückte Erfinder, der sich öfters mal Ärger einhandelt.
Auch die Nebencharaktere haben Potential, in weiteren Bänden zu glaubwürdigen, einzigartigen Charakteren zu werden.
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Bisher ist schon die Stunde des Raben, Band 2 erschienen und noch viele weitere werden folgen. Top.

Fazit:
Wer sich für alte Geschichte interessiert und auch, wer sich NICHT für Geschichte interessiert, wird viel Spaß an diesem Buch haben und es in kürzester Zeit verschlingen. Das Buch erfüllt seinen Anspruch absolut und bietet auch älteren Lesern so einiges. Band zwei wird hoffentlich auch ganz schnella uf Eure Wunschlisten Wandern und euch zahlreiche historische Fluten bescheren.
    
 
Bewertung:

Samstag, 14. Januar 2012

Rezension | Erebos


  • Seiten: 485
  • Autor: Ursula Poznanski
  • Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (6. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785573618
  • Preis: Ca. 9,95€


Inhalt:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten...(Inhaltsangebe stark gekürzt) (Quelle)

Meinung: 
Viele begeisterte Rezensionen und angeblich gnadenlose Spannung - das war es, was ich mit Erebos in Verbindung brachte. Ich - wie ihr vielleicht wisst kein Thrillerfan - konnte der Begeisterungsflut meiner Mitleser nicht wiederstehen. Zum Glück!

Erebos ist ein Spiel. Nein, eigentlich ist es viel mehr als das. Es gibt dir, was du brauchst und nimmt alles, was du geben kannst. Auch Nick, ein ganz normaler Typ von der Highschool, wird auf Erebos aufmerksam. Seine Mitschüler flüstern und tuscheln in allen Ecken und tauschen einen mysteriösen Gegenstand aus, was Nicks Neugierde weckt. Er möchte Teil des ganzen sein und fragt seine Freunde über ihr seltsames Verhalten aus. Allerdings will keiner Rede und Antwort stehen, bis Nick eines Tages ein kleines Päckchen von einer Mitschülerin erhält. Geschenk oder Fluch?

Leider ist das Wichtigste an diesem Buch, dass der Leser zuvor nicht viel darüber weiss. Wer ohne Vorwissen an Erebos herangeht, bekommt einfach mehr. Macht euch auf lange, lange Nächte gefasst.


Stil&Sprache
Sehr überzeugend. Ursula Poznanskis Worte sind sehr bildhaft und schön. Der Leser hat keine Probleme sich sämtliche Szenarien vorzustellen, dank ihrer detaillierten Beschreibungen. Erebos wird ausschließlich aus der Perspektive von Nick erzählt und stellt dessen Gefühle und Dilemma glaubhaft dar. Trotz der Thematik schafft es die Autorin die Geschichte zu jeder Zeit realistisch erscheinen zu lassen.

Charaktere
Nick ist ein ganz normaler Kerl. Er macht Highschoolsport und steht unter der starken Erwartungshaltung seiner Eltern, die wollen, dass er Medizin studiert. Nick wird schnell real und fesselt den Leser mit seinen ganz normalen Problemen, Verliebtheiten und Freundschaften. Auch die Nebencharaktere sind so sorgfältig gestaltet, dass sie nach wenigen Seiten zum Leben erwachen, der ganz normale Wahnsinn eben.


Fazit:
Erebos bedeutet Spannung pur und durchlesene Nächte. Nicht nur Thrillerfans erwartet hier ein bildgewaltiges Abenteuer mit Suchtpotential. Ein absolutes Highlight.
    
 
Bewertung:







Sonntag, 1. Januar 2012

Rezension | Die Bestimmung


  • Seiten: 480
  • Autor: Veronica Roth
  • Verlag: cbt (19. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570161315
  • Preis: Ca. 17,99€


Inhalt:
Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und schließlich Ferox – die Furchtlosen …
Fünf Fraktionen, fünf völlig verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice, wie alle Sechzehnjährigen ihrer Welt, wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie.
Doch der Eignungstest, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte, sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich. Damit gilt sie als Gefahr für die Gemeinschaft.
Beatrice entscheidet sich, ihre bisherige Fraktion, die Altruan, zu verlassen, und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Dort aber gerät sie ins Zentrum eines Konflikts, der nicht nur ihr Leben, sondern auch das all derer, die sie liebt, bedroht…..(Quelle)

Meinung: 
In nicht allzu ferner Zukunft: Die Menschen haben sich selbst in 5 Fraktionen aufgeteilt, die jeweils verschiedene Eigenschaften darstellen. Am 16ten Geburtstag muss sich ein Mensch dann entscheiden, in welche Fraktion es gehört. Dabei hilft ein mysteriöser Eignungstest. Beatrice steht nun kurz vor dieser Entscheidung. Ihre Eltern sind Altruan, Selbstlose. Sie kennt nur ein Leben für die Gemeinschaft und den Zwang zur Nächstenliebe.
Sie bricht aus dieser Welt aus und wählt die Ferox - die Kämpferfraktion - und da beginnt ihr neues Leben...

Stil&Sprache
Schon die ersten Seiten reissen mit. Welches Ergebnis wartet auf Beatrice? Wie läuft der Eignungstest ab? Der Leser wird sofort neugierig und lässt sich dank der klaren Sprache der Autorin schnell auf die düstere Zukunftswelt ein. Welche Fraktionen gibt es? Welche steht für was? Die Spannung ist bei diesem Buch ein ständiger Begleiter. Auch die Initiation bei den Ferox lässt den Leser nicht in Ruhe, schließlich schwebt unsere Heldin in ständiger Gefahr.
Das ganze Buch über gibt es teilweise sehr grausame und brutale Szenen. Manchmal wagt man es garnicht, weiterzulesen oder braucht eine kurze Pause aufgrund der Brutalität. Lesern unter 16 Jahren und zarteren Gemütern würde ich dieses Buch deshalb nicht empfehlen... Allen andern aber sei gesagt: Die Bestimmung ist fantastisch und macht Spaß. Es lässt sich kaum aus der Hand legen und wartet ständig mit neuen tollen Ideen auf.


Charaktere
Beatrice durchlebt eine Wandlung. Zunächst weiss sie nicht so recht, wer sie eigentlich ist und was das Leben mit ihr vorhat. Im Verlauf der Handlung wird dies immer klarer. Zwar ist sie nicht die hübscheste, größte oder witzigste, aber sie hat einfach etwas. Beatrice ist ein sehr sympathischer Charakter, der oft ins Zweifeln gerät und immer auf der Suche nach dem Richtigen und der Wahrheit ist. Auch ist sie nicht immer stark und furchtlos - ein ganz normales Mädchen also.
Im Gegensatz zu ihr steht ihre selbstlose Altruan Familie, die aber auch so einige Geheimnisse verbirgt. 
Dann gibt es noch Beatrice' Ausbilder Four. Dieser scheint manchmal eiskalt und dann wieder sehr nett. Was will er wirklich? 
Veronica Roth gelingt es, die Charaktere als Produkt des Denkens ihrer Fraktionen zu formen und ihnen entsprechende Stärken und Schwächen zu geben, die an keiner Stelle unecht wirken. Die Nebenfiguren sind recht viele, aber der Leser lernt diese schnell kennen und mögen - oder auch hassen.


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Die Bestimmung ist nur der Auftakt einer Triologie. Ich freue mich schon jetzt wie verrückt auf Band zwei und hoffe, dass dieser genau so spannned wie der erste Teil sein wird. Nach -Die Auswahl- und den -Tributen von Panem- ist -Die Bestimmung- ganz sicher ein aufsteigender Stern am Jugendbuchhimmel.


Fazit:
Die Bestimmung ist endlich mal wieder ein Buch zum Nächte-durchlesen. Fans von die Auswahl sollten unbedingt zugreifen. Veronica Roth präsentiert uns eine Welt, in der alles vorherbestimmt ist, nur um aus ihr auszubrechen und uns zu zeigen, dass  kein Mensch in eine Schublade passt. Wunderschön.
    
 
Bewertung:








Ein ♥-liches Dankeschön geht an den cbt-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Rezension | Die Märchen der Brüder Grimm

  • Seiten: 304
  • Autor: Noel Daniel (Herausgeber)
  • Verlag: Taschen Verlag (Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3836526735
  • Preis: Ca. 29,99€



Inhalt:

Dieses Buch vereint 27 der beliebtesten Märchen der Brüder Grimm, darunter Klassiker wie Aschenputtel, Schneewittchen, Dornröschen sowie Hänsel und Gretel in ihrer originalen Fassung von 1857. Ergänzt werden sie durch eine sorgfältige Auswahl von Kunstwerken einiger der berühmtesten Illustratoren der 1820er- bis 1950er-Jahre wie Kay Nielsen, dem legendären Vertreter des Goldenen Zeitalters der Illustration, dem Bestsellerautor Gustaf Tenggren, der britischen Berühmtheiten Walter Crane und Arthur Rackham und der im 19. Jahrhundert in Deutschland führenden Illustratoren Heinrich Leutemann, Gustav Süs und Viktor Paul Mohn. Hinzu kommen prachtvolle, sich durch das gesamte Layout ziehende Silhouetten aus Originalveröffentlichungen der 1870er- und 1920er-Jahre. Darüber hinaus wurden Dutzende Silhouetten eigens für diese Ausgabe neu angefertigt. Es gibt außerdem eine Einleitung zum Erbe der Grimms sowie kurze Einführungen zu jedem der Märchen sowie ausführliche Künstlerbiografien mit historischer Einordnung von Leben und Werk. Diese Sammlung erweckt die Magie der Märchen und ihrer Illustrationen zu neuem Leben - für Erwachsene wie für Kinder.


Meinung: 
Jeder sollte sich früher oder später ein Märchenbuch zulegen - davon bin ich fest überzeugt. Für diesen Akt möchte ich euch heute das neue Märchenbuch des Taschenverlags, mit Noel Daniel als Herausgeberin vorstellen. 

Hier vereinen sich 27 bekannte und unbekanntere Märchen in einem kunstvoll gestalteten Band. Beim ersten Durchblättern war ich hellauf begeistert. Das Buch ist großformatig, schwer und wirkt sehr hochwertig. Mit viel Gold und wunderschöner Dekoration zieht sich der kunstvolle Stil durch das komplette Werk. Anlass ist das 200-jährige Jubiläum der Erstausgabe der Märchensammlung und die Märchentexte entspringen der kindgerechten Originalausgabe von 1857.


Illustriert sind die Märchen jeweils von einem anderen Künstler mit den berühmtesten Bildern aus zwei Jahrhunderten. Da ist für Jeden etwas dabei. Modernere und klassischere Zeichnungen und Grafiken geben sich die Klinke in die Hand. Wer mehr über die Künstler erfahren möchte, kann deren Biografien im Anhang des Buches einsehen.

Zusätzlich zu den Märchen warten auf den Leser zahlreiche Extrainformationen, Diskusionen über die Bedeutung des jeweiligen Märchens und über die Gebrüder Grimm selbst. In der Einleitung erfahren wir mehr darüber, warum die Brüder Märchen gesammelt haben, dass sie sich selbst keineswegs als Kinderbuchautoren gesehen haben und ihre ursprünglichen Versionen der Märchen nur ungern kindgerecht gemacht haben.
Wir erfahren, wie wissenschaftlich Märchen beleuchtet werden können und welchen Stellenwert sie in unserer Welt einnehmen.

Sehr schön auch, dass unbekanntere Märchen wie "Der goldene Schlüssel", "Jorinde und Joringel" oder "Die Wichtelmänner" mit dabei sind. Natürlich gibt es auch die ganzen Klassiker, vom Schneewittchen bis zum gestiefelten Kater. 
Nicht nur für Kinder und Eltern ein sehr interessantes Buch. Durch die ganzen Zusatzinfos werden auch historisch interessierte und wissenschaftlichere Gemüter ihre Freude an der Märchensammlung haben. Hier gehts zur Leseprobe!



Fazit:

Wer gerade auf der Suche nach "seiner" Märchensammlung ist, sollte sich diese Ausgabe auf jeden Fall genauer ansehen. Hier treffen sich die berühmtesten Märchenillustratoren, was trotz des roten Fadens im Design für eine homogene Atmosphäre sorgt. Aber auch jedem anderen sei geraten, zumindest einmal die Leseprobe durchzuklicken und sich selbst ein Bild zu machen.

    

Bewertung:
 





Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Taschen-Verlag für die Bereitstellung dieses wunderschönen Rezensionsexemplares. 

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Rezension | Das Weihnachtsschwein

  • Seiten: 176
  • Autor: Kinky Friedman
  • Verlag: Droemer (12. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426197693
  • Preis: Ca. 10,00€


Inhalt:
Auf einer Farm am Meer lebt Benjamin, der noch nie ein Wort gesprochen hat. Es heißt, dass er der Sohn eines Wikingers und einer Meerjungfrau ist. Kann er darum den Menschen so tief in die Seele schauen? Jedes Jahr lässt der König die Geburt Christi malen. Diesmal wird Benjamin das Ehrenamt übertragen. Nacht für Nacht arbeitet er an seinem Meisterwerk. Aus dem Gaul, der in der dunklen Scheune steht, wird auf der Leinwand ein feuriges Ross, aus dem Lamm eine Lichtgestalt. Benjamin malt nicht, was er sieht, sondern was er in den Herzen der Tiere erkennt. Kein Wunder, dass eines Nachts plötzlich ein Stimmchen sagt: »Das ist wunderschön!« Doch es ist kein Mensch, der ihm das Kompliment macht – sondern ein sprechendes Schwein. Schon bald verbindet Benjamin, der sein Leben lang einsam war, und Valerie, die anders ist als alle anderen Schweine der Welt, eine ungewöhnliche Freundschaft – die am Weihnachtstag auf eine harte Probe gestellt wird … Ein wunderbares Märchen für Erwachsene und ihre Kinder – mit einer Botschaft, die ebenso zeitlos wie wertvoll ist: Nichts ist im Leben so wichtig wie ein wahrer Freund!

Meinung: 
Manchmal braucht es nicht viele Seiten, um eine wundervolle Geschichte zu erzählen, manchmal, da reichen schon 176. 


Benjamin ist ein besonderer Junge. Er spricht nicht. Dafür malt er unglaubliche Gemälde. Eines Tages wird auch ein König auf dieses Talent aufmerksam, womit die Probleme beginnen. Mithilfe eines liebenswerten Schweines, malt Benjamin die Grippengeschichte.


Diese Geschichte hat mich wirklich begeistert. Man bekommt in dem kleinen Büchlein viel mehr, als man zunächst erwartet. Neben der zauberhaften Geschichte fallen sicher zuerst die schönen Bilder, gemalt von Daniel Schreiber, auf. Diese illustrieren das Geschehen und verbildlichen Benjamins Erlebnisse sehr treffend und ohne zu Viel zu verraten. 


Zwar kann man bei wenigen Seiten nicht alle Charaktere klischeelos darstellen, dennoch wird zumindest Benjamin schnell lebendig. Er ist kein gewöhnlicher Junge und hat eine gänzlich andere Sicht auf unsere Welt. 


Die Sprache des Buches ist für ein Kinderbuch sehr erwachsen und tief. Auch die Ereignisse sind dramatisch und tragisch, am Ende sogar so traurig, dass der Leser die letze Seite mit trändenden Augen zuschlagen wird.
Welche Bedeutung oder Aussage der Autor in der Geschichte versteckt hat, darf Jeder für sich selbst entscheiden.
Geht es um die wahre Bedeutung von Weihnachten? Um Tierliebe und Vegetarismus? Nächstenliebe?

Das Weihnachtsschwein wirkt nach und bleibt im Gedächtnis. Vielleicht werde ich ab jetzt jede Weihnachten einen Blick in das Buch werfen. 
Verdient hat es das auf jeden Fall.

Fazit:
Das Weihnachtsschwein ist nicht nur Kinderbuch. Nein, es kann Sicherlich auch Berge von Erwachsenenherzen zum schlagen bringen. Mit viel Gefühl, Pepp und Fantasie erzählt Kinky Friedman hier ein ganz besonderes Märchen, welches die grauen Zellen noch lange beschäftigt. Welche Botschaft am Ende beim Leser ankommt, bleibt ihm selbst überlassen.
    

Bewertung:

Dienstag, 29. November 2011

Silberlicht | Rezension



  • Seiten: 320
  • Autor: Laura Withcomb
  • Verlag: PAN (11. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342628328X
  • Preis: Ca. 14,99€


Inhalt:
Helen ist tot. Und doch ist es ihr nicht vergönnt, ins Himmelreich aufzusteigen. Als durchsichtiger Schatten einer einst wunderschönen Frau bleibt sie auf Erden gefangen. Niemand sieht sie und niemand kann sie berühren. Sie ist die stille Muse ihrer »Bewahrer«, allesamt Schriftsteller, denen sie die richtigen Worte einflüstert und die nie etwas von ihrer Existenz erfahren werden. Bis eines Tages ein Siebzehnjähriger ihr Leben verändert: Er blickt Helen direkt ins Gesicht und … er lächelt! Im Körper des Schülers steckt James, ebenfalls eine Lichtgestalt. Er ist fasziniert von Helens Schönheit, und vom ersten Augenblick an wissen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nun müssen sie alles daransetzen, einen menschlichen Körper für Helen zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt … Helen und James – das neue Traumpaar der übersinnlichen Welt! ... ..(Quelle)

Meinung: 
Abgesehen von dem schönen Flexi Cover hat Silberlicht noch einiges zu bieten.
Helen ist tot - und das schon sehr lange. Nur mühesam trägt sie sich durch das nicht-leben mithilfe ihrer Bewahrer. Bewahrer sind Menschen, an denen Helen sich festhalten, deren Leben sie teilen kann. Nach einer Unendlichkeit aber geschieht das Unerwartete: Jemand kann Helen sehen.


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir aufgrund des zwar schönen, aber doch zu Beginn recht verschachtelten und von Helens Lebzeit inspirierter Sprache eher schwer. Sobald die ersten 100 Seiten überwunden waren, änderte sich der Schreibstil, wechselte in die Gegenwart des Geschehens. Ab da machte das Lesen großen Spaß. 


Laura Withcombs Welt ist eine neue, zarte Geisterwelt, in der Helen zB. einen Menschen zum Schreiben oder Handeln inspirieren kann. Der Leser taucht in diese ruhige Unendlichkeit und Unsichtbarkeit ab, an die Helen sich schon so lange gewöhnt hat.


Das Schöne ist, dass sich bald alles ändert und der Leser das Leben mit Helen neu entdeckt. Wie wundervoll kann Essen sein, wie unglaublich das Riechen und Fühlen?
Die Welt mit Laura Withcombs lebensnahen Charakteren neu zu erleben, macht einfach Freude und gewährt eine ganz neue und andere Sicht auf alltägliche Dinge.


Dazu kommt eine spannende Liebesgeschichte, die gegen Ende stark an Fahrt gewinnt und das Finale zu einem sehr lesenswerten macht. Wer für ein paar Stunden in eine fantastische Welt voller Bestimmung und Liebe eintauchen möchte, sollte sich Silberlicht nicht entgehen lassen!


Fazit:
Silberlicht ist einfach schön. Helens Geschichte ist traurig, einzigartig und hoffnungsvoll. Wer Liebesgeschichten mit einem Hauch Fantasy und dem gewissen Etwas, welches sie von allen Anderen unterscheidet sucht, sollte einen Blick riskieren.
    

Bewertung:

Donnerstag, 10. November 2011

Rezension | die Insel der besonderen Kinder

  • Seiten:416
  • Autor: Ransom Riggs
  • Verlag: PAN (2. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426283689
  • Preis: Ca. 16,99€


Inhalt:
Die Insel. Die Kinder. Das Grauen. Bist Du bereit für dieses Abenteuer? Manche Großväter lesen ihren Enkeln Märchen vor – doch was Jacob von seinem hörte, war etwas ganz, ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der merkwürdige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben – und von den Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Inzwischen ist Jacob ein Teenager und glaubt nicht mehr an die wunderbaren Schauergeschichten. 
Bis zu jenem Tag, an dem sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt ...(Quelle)

Meinung: 
Zugegeben, beim ersten Durchblättern des Buches und auch beim Ansehen des Trailers, da packte mich schon ein wenig das Gruseln. Normalerweise schrecken mich gewalttätige, blutige Geschichten nicht ab - aber sobald Kinder Münder auf ihrem Hinterkopf haben, oder Bienen in ihnen Leben, meldet sich die Gänsehaut.

Den Trailer möchte ich euch nicht vorenthalten:


Die Geschichte beginnt wie ein altes Märchen. Der Großvater erzählt dem Enkel Geschichten von ganz besonderen Kindern, die alle zusammen auf einer Insel leben und außergewöhnliche Fähigkeiten haben. Natürlich wird der Enkel, Jacob, irgendwann älter und glaubt ihm nicht mehr. Grausame Ereignisse aber zwingen Jacob eines Tages, dem Ursprung der Geschichten auf die Spur zu gehen.

Bei diesem Buch ist es wichtig, nicht viel vom Inhalt zu verraten. Gibt es die Kinder, gibt es sie nicht? Das müsst ihr selbst erfahren.

Durchweg ist dieses Buch mit schaurigen schwarzweiß Fotografien versehen, die immer zur aktuellen Handlung passen. Auch der Rest des Buches ist sehr aufwändig und elegant gestaltet. Ein großes Lob an das Designteam.
Anscheinend hat Ransom Riggs die Geschichte auf Grundlage der Fotos um diese gesponnen. Man könnte nun denken, der Vorgang führt zu einer zusammengestückelten, holprigen oder abstrusen Geschichte - aber dem ist nicht so. Ich war unheimlich begeistert von der Umsetzung und vom Verlauf der Geschichte.

Die ersten Seiten verfliegen so schnell, dass man fast gar nicht merkt, wie drastisch sich die Geschichte und, wie ich finde, der Erzählstil innerhalb des Buches ändern. Gegen Mitte, Ende des Buches wird aus der anfangs distanzierten Erzählsicht ein starker Ich-Erzähler, dessen Gefühle und Dialoge immer stärker auftreten. Stellt euch also auf einige Überraschungen ein.

Gegruselt habe ich mich dann übrigens beim Lesen nicht ansatzweise so, wie beim Anblick der Fotos. Also dürfen sich auch zartere Gemüter an das Buch wagen, obwohl manche Passagen schon etwas deftiger sind. 

Das Buch bleibt durchweg spannend und geheimnisvoll. Bis zur letzten Seite hält die Spannung an. Nach dem Ende fragt man sich natürlich, ob die Geschichte fortgesetzt wird. Ich muss sagen, dass das Ende, wenn dem nicht so ist, einfach genial ist!
Ich habe mich königlich unterhalten gefühlt und kann Die Insel der besonderen Kinder nur wärmstens weiterempfehlen. 
Innerlich als auch äußerlich ein Schmuckstück im Bücherregal.

Fazit:
Wer mysteriöse Geschichten rund um noch mysteriösere Menschen und Orte liebt, darf beherzt zugreifen. Die Insel der besonderen Kinder bietet Spannung, Überraschungen und einen Hauch Wahnsinn, garniert mit einem innovativen Design und traurigschönen Fotos. Wie könnte man einen windigen Herbstabend schöner verbringen, als mit der Lektüre dieses Buches?
    

Bewertung: 

Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Pan-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Dienstag, 8. November 2011

Rezension | Fabelheim - Die Schattenplage

  • Seiten:448
  • Autor: Brandon Mull
  • Verlag: Penhaligon Verlag (24. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764530898
  • Preis: Ca. 14,99€


Inhalt:
Fabelheim, das Schutzreservat für magische Kreaturen, wird noch immer bedroht. Die geheimnisvolle Gesellschaft des Abendsterns hat ihre Bemühungen, Kendra, ihren Bruder Seth und ihren Großvater Sorensen in die Knie zu zwingen, längst noch nicht aufgegeben. Jetzt breitet sich die geheimnisvolle Schattenplage aus, die Wesen des Lichts in Kreaturen der Finsternis verwandelt.

Bei der Verteidigung der guten Feen muss Seth über sich selbst hinauswachsen und erkennen, wozu er wirklich fähig ist – oder aber Fabelheim wird untergehen.

Kendra hingegen wird von den Rittern der Morgenröte aufgefordert, ihrer Gemeinschaft beizutreten. Denn die Schattenplage ist nur ein Ablenkungsmanöver. In Wahrheit hat die Gesellschaft des Abendsterns ein viel schrecklicheres Ziel als nur die Ermordung unzähliger magischer Wesen. Die Zerstörung von Fabelheim wäre nur der erste Schritt zur Vernichtung alles Guten in der Welt..(Quelle)

Meinung: 
Fabelheim - die Schattenplage ist Teil 3 folgender Reihe:

Wie kann ich bei Fabelheim jemals objektiv bleiben? Von der ersten Seite des ersten Bandes an war ich verzaubert. Die Geschichte ist neu, die Geschichte ist schön und dazu noch total spannend.

Bitte lest ab jetzt nur weiter, wenn auch ihr Teil 1 und 2 von Fabelheim schon gelesen habt. Ich verlinke euch hier den ersten Teil.

Auch Teil 3, die Schattenplage, wartet wieder mit den genannten Pluspunkten auf. Da die Veröffentlichung des letzten Teils schon etwas länger zurückliegt, ist es praktisch, dass die vorangegangene Handlung in den ersten Kapiteln grob wiederholt wird. Trotzdem reicht das nicht, um das Buch ohne die ersten Bände gelesen zu haben, zu verstehen. Zwar ist das Abenteuer eigenständig, dennoch wir sowohl auf Charaktere, Ereignisse sowie grundlegendes Fabelheim-Wissen zurückgegriffen, die sonst leider unbekannt sind.

Der Erzähl und Sprachstil ist typisch für ein Jugendbuch. Er besticht durch Klarheit und leichte Verständlichkeit. Der Erzähler berichtet aus der Sicht der mutigen Geschwister Kendra und Seth, die schon so manche Abenteuer in Fabelheim erleben durften, die stets mit großer Gefahr einhergingen.

Im Verlauf der Reihe haben sich die Kinder weiterentwickelt und sind größer geworden. Aus dem sturen, abenteuerlustigen Seth ist ein etwas (etwas ;) ) vernünftigerer Junge geworden und auch die feengeküsste Kendra ist reifer und pubertierender geworden. Mit der Zeit hat man die Welt Fabelheims rund um Seth, Kendra, Opa und Oma Soerensen und all den Helden und magischen Geschöpfen unweigerlich ins Herz geschlossen.
Vor allem die Hauptcharaktere sind dichte, realitätsnahe und liebenswürdige Begleiter durch die zauberhaften Geschehnisse. 

Die zahlreichen Nebencharaktere allerdings sind ein kleiner Kritikpunkt. Inzwischen sind es so viele, dass der Leser an manchen Stellen ein wenig nachdenken muss, wer den nun wer ist. Vor allem, wenn die Lektüre der letzten Bände schon etwas zurückliegt.

Durchweg ist eines immer da: Spannung. Ich habe das Buch selten aus der Hand gelegt und stets mitgerätselt, wer nun für die Probleme in Fabelheim verantwortlich ist. Hier wird auf alte Begebenheiten und Charaktere zurückgegriffen, was für einige Überraschung sorgt. Trotzdem bleiben noch viele Geheimnisse bestehen, zum Beispiel, was es mit der anderen Seite des Dachbodens auf sich hat. Sehr mysteriös ;)

Sehr schön sind auch die Illustrationen. Leider sind es nicht viele. Alle 3,4 Kapitel wartet eine ganzseitige Illustration der aktuellen Handlung auf den Leser.
Ein Ende ist übrigens noch nicht in Sicht. Nach Beendigung des dritten Bandes ist eines klar: Wir werden noch mehr aus Fabelheim zu hören bekommen und können uns auf weitere Bände freuen.

Fazit:
Nicht nur für Kinder ist Fabelheim das reinste Erlebnis. Auch dieser Band steht seinen Vorgängern in nichts nach. Es bleibt stets spannend und frisch. Brandon Mulls hervorragender Erzählstil fesselt und führt grandios durch die geheimnisvolle Welt Fabelheims! Mein Dauertipp! Wer die ersten Bände noch nicht gelesen hat, sollte seine Wunschliste auf jeden Fall mit Band 1 beglücken! Wer Fantasy und Jugendbücher mag, wird auch Fabelheim lieben.
    

Bewertung: 

Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Penhaligon-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Dienstag, 1. November 2011

Rezension | Die Seelen der Nacht


  • Seiten: 800
  • Autor: Deborah Harkness
  • Verlag: Blanvalet Verlag (26. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764503912
  • Preis: Ca. 19,99€


Inhalt:
Eine Liebe, stärker als das Leben selbst ...

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben …

Ein mitreißender, wundervoll erzählter Roman über Magie, Abenteuer und Romantik..(Quelle)

Meinung:
Die Seelen der Nacht ist Vieles, aber mit Sicherheit kein Buch für Zwischendurch. Mit seinen 800 Seiten liegt es schwer in der Hand. Die Gestaltung von Cover und Innenteil trifft genau meinen Geschmack und mach den Schmöker zu einem absoluten Glanzstück im Bücherregal.


Auch Inhaltlich wird hier viel abseits der geläufigen Hexen und Vampirklischees geboten: Diana Bishop ist Wissenschaftlerin mit Leib und Seele. Dass sie außerdem noch einem uralten Hexengeschlecht entstammt, würde sie am liebsten aus ihrer Vita streichen. Als ihr ein altes Manuskript von mysteriöser Herkunft in die wissbegierigen Hände fällt, muss Diana sich nach und nach ihrer Bestimmung stellen. Dabei hilft ihr der hochintelektuelle Vampir Metthew Clairmont, der bald mehr als nur Neugierde für Diana aufbringt.


Als ich die erste Seite aufschlug und zu lesen begann, breitete sich schnell ein Glücksgefühl aus: Deborah Harkness Schreibstil ist wundervoll. Sie bedient sich zahlreicher Stilmittel und weiss den Leser trotz inhaltlicher (sowie Wissenschaftlicher) Tiefe, flüssig durch die Erzählung zu geleiten. Mit intelligenten und schönen Worten wird Diana Bishops Geschichte vor uns ausgebreitet und plötzlich verfliegt die Zeit unerklärlich schnell.


Die Kapitel haben eine gute Länge und geben dem Leser genug Raum für Pausen. Frau Harkness berichtet aus der ICH-Erzählerperspektive und in der Vergangenheitsform, was auch inhaltlich gut passt. So erfährt der Leser abwechseln Gedanken und Gefühle verschiedener Charaktere, was ihn vieles ahnen oder wissen lässt, was die Hauptprotagonistin zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfahren hat. Diese Vorgehensweise kreiert Spannung und Bindung zu den Charakteren.


Vor allem Diana und Matthew, aber auch die Nebencharaktere werden von der Autorin so durchleuchtet und vorgestellt, dass sie real und vertraut wirken. Dabei wird auch haarscharf auf die Gattung des jeweiligen Protagonisten eingegangen. So nimmt man Matthew zum Beispiel sein sehr langes Vampirleben voller Erfahrung und Wissen absolut ab.


In Deborah Harkness Buchwelt gibt es Menschen, Vampire, Hexen und Dämonen. Jede Gruppierung hat ihre Geschichte, Eigenarten und dementsprechende Probleme. Die Thematik wird innovativ und ganz neu umgesetzt und erweckt zu keinem Zeitpunkt ein Déjà-vu Gefühl. Der Leser verliert sich in dieser Welt aufgrund ihrer Dichte und glaubwürdigkeit. Dafür ein großes Kompliment an Frau Harkness.

Nicht selten kommt bei der Lektüre ein Lerneffekt auf, da zahlreiche Themen (von Alchemie, Genetik über Yoga oder Rudern) aufgegriffen und schön in das Geschehen eingebaut wurden. Die Wissenschaftliche Sprache stört oder überlagert an keiner Stelle den roten Faden des Buches und ist durchweg gut verständlich.

Die Liebesgeschichte zwischen Diana und Matthew läuft so langsam und sensibel ab, dass der Leser nicht anders kann, außer mitzufühlen. 

Zwar freue ich mich wie wild darüber, dass es noch weitere Teile geben wird, dennoch ist das Ende unbefriedigend. Wenn ihr mit dem Buch fertig seid, könnt ihr nicht abschließen, ohne den Folgeband (&Folgefolgeband) gelesen zu haben. Ein starker Cliffhanger, der manche vielleicht abschreckt. Es soll noch zwei weitere Teile der Geschichte geben, eine Triologie also. Wann diese erscheinen, ist mir bislang noch unbekannt. Bleibt nur zu hoffen, dass es bald sein wird.


Fazit:
Die Seelen der Nacht erzählt mit schlauen, einfühlsamen Worten von einer großen Wissenschaftlerin und ihrem Weg zu sich selbst. Im Laufe des Buches werden die Themenbereiche immer komplexer. Sowohl Magie, Zauberei, Vampirismus und natürlich Alchemie sowie Genetik werden ausführlich beleuchtet. Der Fortlauf der Story scheint auf einen riesigen Showdown hinzuführen, auf den ich mich schon freue. Der erste Band beantwortet noch kaum Fragen und endet mitten im Geschehen. Band 2 ist also notwendig. Trotzdem kann ich nicht anders, und muss 5 Punkte vergeben.
    

Bewertung: 



Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Samstag, 24. September 2011

Rezension | Das Leuchten

Daten: 

  • Seiten: 319
  • Autor: Kat Falls
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473400696
  • Preis: Ca. 14,99€


Inhalt:
 Nach der Großen Flut, die weite Teile Amerikas überschwemmt hat, sind einige Menschen auf den Meeresgrund gezogen. Ty ist der erste Junge, der dort geboren wurde - und er hat eine Dunkle Gabe, mit der er in den Tiefen des Ozeans überleben kann.Der Meeresspiegel ist gestiegen, ganze Städte sind versunken. Doch Wissenschaftler haben längst Wege gefunden, auch die Unterwasserwelt für Menschen bewohnbar zu machen. Hier lebt Ty, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein eigenes Stück Land im Meer. Doch sein Traum ist in Gefahr: Eine Gang entflohener Sträflinge plündert die Versorgungsschiffe und die lebensnotwendigste Fracht wird knapp: Sauerstoff ...(Quelle)


Meinung:
Das Leuchten hatte mich mit seinem wunderschönen Cover sofort angesprochen. Auch die Story verspricht ein spannnendes Lesevergnügen: Eine futuristische Unterwasserwelt bewohnt von uns Menschen.

Irgendwann in der Zukunft: Der Meeresspiegel steigt an, sie Städte werden überflutet. Die stärker werdende UV-Strahlung macht es den Menschen fast unmöglich, bei Tageslicht nach draußen zu gehen. Nur hochgeschlossen und mit Zinksalbe eingecremt ist es den Menschen für kurze Zeit möglich, die Straßen zu betreten. Wissenschaftler aber erschlossen vor geraumer Zeit einen neuen, weitläufigen Lebensraum: Der Meeresgrund.

Ty, der 15 jährige Hauptcharakter der Geschichte ist der erste Junge, der unter Wasser geboren wurde. Alles ist noch im Versuchs-Stadium und viele Menschen sind skeptisch, was das Leben unter Wasser angeht. Ty allerdings könnte sich nichts schöneres vorstellen. Eines Tages stößt er auf ein Mädchen von der Oberfläche: Gemma. Diese hat ihre ganz eigene Mission zu bewältigen und Ty hilft ihr bereitwillig und fasziniert von ihrer "Andersartigkeit."

Soviel zur Story. Das Beeindruckende an diesem Buch ist die genau durchdachte Zukunftsvision. Wie versorgen sich die Menschen mit Sauerstoff? Wie wird der Druck ausgeglichen? Verändern sich die Menschen, wenn sie am Meeresgrund leben? Welche Technik muss eingesetzt werden, welche Fische können als Nutztiere gehalten werden?
Kat Falls beantwortet all diese Fragen so kompetent, dass der Leser ihre Ideen als Realitätsah und durchaus möglich einschätzt. Der Enthusiasmus für die Idee, die fundierte Recherche haben mich absolut aus den Socken gerissen. Als ich das Buch zu schlug, vermisste ich die Unterwasserwelt sofort und verspürte die gleiche Faszination für das Meer und dessen Bewohner, der die Autorin offensichtlich unterliegt.

Ein gutes Beispiel ist die Veränderung in der Sittsamkeit. Die Menschen tragen nur noch hochgeschlossene Kleidung um sich zu schützen oder eben Taucheranzüge. Da erstaunt es Ty sehr, Gemma in ihrem Schlafanzug zu sehen. Er erinnert sich daran, gehört zu haben, dass die Frauen früher oft Bein und Arm gezeigt haben, ist aber sofort peinlich berührt. Wunderbar geschlussfolgert.

Die Nebencharaktere sind nicht allzu ausgefeilt, wohingegen Ty und Gemma sehr rund und vielfältig sind. Ihre jeweligen Schicksale haben sie gezeichnet und sie verhalten sich nachvollziehbar.

Das Buch ist sehr Actionlastig. Ständig geschieht etwas und die Ereignisse werden turbolent und schnell. Die kurzen ruhigeren Passagen braucht der Leser zum durchatmen. Langeweile kommt hier nicht auf. Manchem Leser könnte ebendies aber zu viel werden, wobei es mir persönlich gut gefallen hat und mich an den Seiten hat kleben lassen.

Der Schreibstil ist wirklich schön und unterstützt in klaren, einfachen Sätzen mit gewählten Worten die faszinierende Unterwasser Atmosphäre. So kann das Buch flüssig gelesen werden und der Leser muss keine Sätze zweimal durchgehen, wenn es gerade wieder spannend ist.
Die kleine Liebesgeschichte ist sehr am Rande in die Handlung eingebaut und dominiert die Geschehnisse nicht.




Fazit:
Aus meiner Rezension lässt sich schließen, dass ich an diesem Buch absolut nichts schlechtes finden kann. Wer eine Fantasy-Liebesgeschichte erwartet wird enttäuscht, darum geht es in diesem Buch nicht. Hier ist das Hauptthema die Idee, Menschen unter Wasser anzusiedeln und die Liebe zum Meer. Ausserdem geht es um Vorurteile und den Mut dazu, man selbst zu sein. Ich habe mich in das Buch verliebt und gebe ihm die volle Punktzahl.


Bewertung: 













Ein ♥-liches Dankeschön geht an den Ravensburger Buchverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Donnerstag, 15. September 2011

Rezension | Sieben Minuten nach Mitternacht

Daten:
  • Seiten: 216
  • Autor: Patrick Ness u. Siobhan Dowd
  • Verlag: cbj (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570153746
  • Preis: Ca. 16,99€


Inhalt:
Zwei große Erzähler – eine Geschichte, die den Tod in seine Schranken weist

Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt …

Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise – es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen …(Quelle)

Meinung:
Ich habe gerade zuende gelesen und bin immernoch halb in dem Buch.

Conor ist ein kleiner Junge, auf dem eine große Last haftet. Sein Leben ist nicht leicht und er ist seinen 13 Jahren weit vorraus. Eines Tages erscheint ein Monster an seinem Zimmerfenster und beginnt, ihm Geschichten zu erzählen.

Zwar ist das Buch sehr dünn und wäre ohne die wunderschönen und sehr eindringlichen Illustrationen noch dünner, aber dennoch stört das nicht. Sieben Minuten nach Mitternacht ist ein Buch, welches auf kleinstem Raum sehr viel versteckt.

Die Geschichte ist ein Märchen und der Schreibstil entsprechend klar und schnörkellos. Trotzdem wird die Sprache sehr geziehlt eingesetzt und Conors Welt sehr anschaulich zum Leben erweckt. Geschildert wird die Geschichte aus der Erzählerperspektive und bleibt konstant bei Conors Erlebnissen.

Langeweile kommt nicht auf und das Buch liest sich flüssig und schnell. Spannung ist des Lesers ständiger Begleiter, so will man doch wissen, ob noch Hoffnung besteht oder nicht.

Die Charaktere sind einfühlsam und detailliert beschrieben, so dass man Conor am liebsten in den Arm nehmen und trösten möchte.

Wer dieses Buch liest darf keinen spannenden Krimi oder ausgefeilte Fantasy Action erwarten, denn es ist ein leises Buch. Ein lehrreiches und hilfreiches Buch, das sehr sensiebel vorgeht. Jeder Mensch wird eines Tages die ein oder andere Tragödie durchstehen müssen. In den Schattenstunden unseres Lebens kann uns Conors Monster helfen und leiten. Natürlich heilt nur die Zeit die meisten Wunden, aber die Sichtweise, die Patrick Ness auf das Geschehen hat, macht es leichter.

Am Ende bitte Taschentücher bereithalten.

Dies ist kein Buch für Jeden, trotzdem wage ich zu sagen, dass jeder es lesen sollte, wenn ihr wisst, was ich meine.


Fazit:
Sieben Minuten nach Mitternacht berührt und hilft. Ob für Kinder oder Erwachsene, dieses Buch mcht es ein Wenig erträglicher, mit schweren Schicksalsschlägen umzugehen. Stellenweise ist es sehr traurig, dann wieder unterhaltsam und märchenhaft. Ich kann hier nur die Volle Punktzahl vergeben.

 .
Bewertung: 





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